Teufelsgeschichten

 

Angst vorm schwarzen und weißen Mann

 

Von Lehrer Noll und aus den Heimatblättern „An Erft und Gilbach“ erfahren wir, dass man im Kreise Bergheim noch Mitte des 19. Jahrhunderts große Furcht vor dem „schwarzen“ bzw. weißen Mann hatte, der auch “Beil“ oder „Beil mit dem breiten Kamisol“ genannt wurde und die mythische Verkörperung der Finsternis war - gleich dem leibhaftigen Satan.

Auch auf Burg Geretzhoven gab es gruselige Berührungspunkte mit einer solchen sagenumwobenen Gestalt. Nach der harten Arbeit kamen die Knechte in der Werkstatt eines Holzschuhmachers zusammen, um sich über die Ereignisse des Tages auszutauschen. Eines Abends beschlossen sie, gemeinsam einen Kuchen zu backen.

Als dann alle rund um den Tisch saßen und den frisch gebackenen Kuchen verspeisen wollten, hörte man von der Treppe schwere Schritte. Auf einmal ging die Tür auf und „Beil mit dem Kamisol“ steckte seinen fürchterlichen Kopf ins Zimmer. Die Knechte erschraken zu Tode und ergriffen die Flucht. Die meisten sprangen beherzt aus dem Fenster. Hinterher jedoch prahlten sie, sie wären in der Werkstatt geblieben und hätten alles Werkzeug, was zur Verfügung stand, dem „Beil“ hinterhergeworfen. Dieser floh dann vor ihnen in den Kartoffelkeller.

Der scharze Mann - aufgenommen bei der Führung Spukalarm auf Schloss Paffendorf 

Beil ist wieder da 

 

Ein andermal wollten zwei Männer nachts auf dem Hof ein weißes Gespenst gesehen haben. Ganz gruselig

war, dass dieses immer größer wurde. „Christ, schnell fort!“ rief der eine, „Beil ist wieder da“. Sie rannten fort, so schnell sie konnten. Keiner von ihnen traute sich, sich umzudrehen.

Auch eine Magd, die nachts in die Küche gehen wollte, erzählte, dass ein weißer Mann auf sie zukam und sie packen wollte. Es gelang ihr zu fliehen. Doch ihr Geschrei weckte die Bevölkerung des Hofes. Die Mägde begannen zitternd zu beten. Der

Hausherr handelte beherzt, stand auf und folgte Beil, der ihn heimtückisch niederschlug. Schwerverletzt und blutüberströmt blieb er besinnungslos die ganze Nacht auf dem Boden liegen. Erst am nächsten Morgen fanden ihn dort die Knechte, die in den Pferdeställen geschlafen hatten.